„Der Ort selber gefällt mir viel mehr, als ich erwartet habe. Der Rundblick ganz dramatisch, unten im Südwesten liegt Dresden und dahinter leidenschaftlich gestaffelt das Erzgebirge, teils in Wolkendunst verschwimmend, und Hügel und Berge in schönem Hinter- und übereinander. Der Himmel ist ganz groß, weil wir am höchsten Punkt der Landschaft liegen, und die Wolkenbildung ist durch den großen Fluss und die Gebirgsnähe gewaltig und ganz großzügig“ schreibt Julia Feininger 1923. Nicht nur sie, die Frau des bekannten Malers und Bauhausmeisters Lyonel Feininger, auch ein Großteil der europäischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts war fasziniert vom Mythos Hellerau bei Dresden. Auf unserem Rundgang lernen Sie zwischen den Deutschen Werkstätten und dem Festspielhaus den großen lebens- und sozialreformerischen Entwurf von der Ganzheitlichkeit von Arbeit, Leben/Wohnen und freier künstlerischer Gemeinschaft kennen, der auch heute – gut 100 Jahre nach seiner Entstehung noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.
Es führt: Ulrike Christof


































